GeoPark Blog

1. Szia, ich bin Cosima...

Ich komme aus Deutschland und mache in Ungarn ein Freiwilligendienst. Ich habe mich entschieden nach meinem Schulabschluss noch nicht zu studieren, sondern ein halbes Jahr im Bükk National- und Geopark als Freiwillige zu arbeiten. Das bedeutet ich helfe überall dort wo ich helfen kann bei der Arbeit im Nationalpark mit. Manchmal sind das Texte für Besucher*innen schreiben, manchmal überlege ich mir Spiele und Materialien für Kinder oder ich helfe direkt im Nationalpark bei Veranstaltungen mit. Außerdem bin ich auch immer wieder mit im Wald oder in den Besucherzentren und helfe die Arten im Bükk Gebirge zu schützen oder heraus zu finden, welche Tier- und Pflanzenarten gerade da sind. Bei mir fließt die Grenze zwischen einer Mitarbeiterin und einer Besucherin zusammen, was es mir möglich macht, die Geschichten vor und hinter den Kulissen zu teilen.

Und genau das ist auch irgendwie mein persönlicher Grund für diesen Besuch. Als Freiwillige der deutschen UNESCO Kommission möchte ich nicht nur eigene Erfahrungen in einem anderen Land machen, sondern auch den kulturellen Austausch fördern und Wissen teilen. Und dass ich das in einem Nationalpark machen kann, macht es noch besonderer. Denn im Gegensatz zu einer Schule oder Kultureinrichtung ist es nicht etwas was wir schon kennen, sondern eine ganz neue Welt, voller Steine, Pflanzen und Tiere. Wenn du jetzt gespannt bist, welche Erfahrungen und Erlebnisse ich schon hatte, dann schau doch gerne mal in ein paar meiner Einträge rein, ich freue mich, diese zu teilen.

Liebe Grüße, Cosima

Szia, I’m Cosima.

I come from Germany and do volunteer work in Hungary. After finishing school, I decided not to study, but to work as a volunteer in the Bükk National Park and Geopark for half a year. That means I help wherever I can help with the work in the National Park. Sometimes I write texts for visitors, sometimes I think of games and materials for children, or I help with events right in the National Park. In addition, I am always in the woods or in the visitor centres and help to protect the species in the Bükk Mountains or to find out which species of animals and plants are there right now. For me, the boundary between an employee and a visitor converges, which allows me to share the stories behind and behind the scenes.

And that’s kind of my personal reason for this visit. As a volunteer of the German UNESCO Commission, I not only want to gain my own experiences in another country, but also to promote cultural exchange and share knowledge. And the fact that I can do it in a national park makes it even more special. Because unlike a school or cultural institution, it is not something we already know, but a whole new world, full of stones, plants and animals. If you are curious about my stories and experiences I have already had, then please take a look at some of my entries, I am happy to share them.

Best regards, Cosima.


2. Dem Geopark eine Seele geben

Als ich mich mit dem Zug nach Ungarn steig, hatte ich überhaupt keine Idee was auch mich zu kommt. Das einzige was ich wusste, dass ich mich nur für einen Natur Freiwilligendienst in einem fremden Land entschieden hatte. Von der deutschen UNESCO Kommission, welche diese Reise organisierte, wusste ich nur, dass ich in einem Geo- und Nationalpark arbeiten werde. Aber was werde ich tun, war nicht nur die Frage die mich kontinuierlich begleitet hatte, sondern wurde auch die Lieblingsfrage meiner Freunde und Familie. Und jetzt bin bin ich schon die 6. Woche in Ungarn und nachdem ich in diese relativ kurzen Zeit schon unglaublich viele Sachen gesehen und kennengelernt, hatte ich das Gefühl hatte wie ein Ping-Pong zwischen dem einen Ereignis gegen das nächste zu prallen. Ich war in jahrhundert alten Höhlenwohnungen, habe den Rangern im Nationalpark beim Tiere zählen geholfen, besuchte eine noch nicht geöffnete Sternwarte oder habe beim Tag der Tiere in der Waldschule besucht. Das ist nur die Spitze meiner unfassbar vielen Eindrücke von dieser neuen Welt. Das Problem war nur, dass ich immer noch keinem das Gesamtbild erklären konnte. Was ist dieser Geopark?

In meiner dritte Wochen leuchtete diese Frage wie eine blinkende, neonfarbenes Warnschild auf. Unser junger, wunderschöne Geopark, bekam hohen Besuch. Denn um die Bedeutung des Geoparks in die welt hinaus zu tragen, bewarben wir uns vor einiger Zeit bei der UNESCO. Und diese sandte an diesem nebligen September ihre Vertreter zur Beurteilung des Geoparks. In meinen Büro wurden alle Geschütze aufgefahren, alles was irgendwie glänzt, schön aussieht und vor allem geologische Einzigartigkeit besitzt, wurde herausgeputzt und in einen großen Field Guide zusammengetragen. Und irgendwann fiel es mir dann auch auf, das hier ist keine normale Umgebung. Der Geopark eine riesige Region um das Bükk Gebirge herum und unterstreicht mit seinem Kernthema, das unbelebte, die grundlegenden geologischen Struktur. Alles was im Bükk Nationalpark so wunderschön ist, wird von einer imposanten Bodenformation getragen. Und wenn mitten im Wald zwischen den vielen Buchen sich eine Felsnase empor streckt, oder plötzlich ein riesiger Krater aus Stein den weg versperrt, muss man nicht mal Geolog*in sein um zu erkennen, dass diese Steine Geschichten, Erzählungen und eine Seele dahinter tragen, welche sie so einzigartig machen. Denn hinter diesen vielleicht langweilig erscheinenden Steinen steckt mehr Wissenschaft, Kultur und Leben, als wir uns vorstellen können. Alles was ich in den letzten Wochen erlebt habe und was ich noch erleben werde, ist der charakter und die Seele des Geoparks, es braucht nur noch Menschen welche das übersetzen und weiter tragen. Also habe ich noch keine einfache Antwort auf die Frage, was dieser Geopark hier ist, aber ich kann sagen, was ich hier in Ungarn mache: Dem Geopark eine Seele geben.

Giving the Geopark a soul

When I boarded the train to Hungary, I had no idea what was going to happen to me. The only thing I knew was that I had opted for a nature volunteer in a foreign country. The German UNESCO Commission, who organised this trip, said I would work in a geo- and national park. But what I’m going to do was not only the question that had accompanied me continuously, it became the favourite question of my friends and family too. And now I am already the 9th week in Hungary and after I have seen and learned a lot of things in this relatively short time, I had the feeling like a ping-pong jumping between these events. I went to centuries-old cave dwellings, helped rangers to count animals in the national park, visited an unopened observatory or attended the nature education school on the animal day. And this is just the tip of my mind-blowing impressions of this new world. The problem was that I still couldn’t explain the whole picture to anyone. What is this geopark?

In my third week, this question lit up like a flashing neon warning sign. Our young, beautiful geopark, received important visitors. Because to bring the importance of the geopark to the world, we applied to UNESCO some time ago. And in this foggy September, they sent their representatives to assess the geopark. In my office all the cannons were fired up, everything that somehow shines, looks beautiful and above all has geological uniqueness was cleaned out and put together into a big field guide. And at some point I noticed, this is not a normal environment. The Geopark is a vast region around the Bükk Mountains and underlines the basic geological structure with its core theme, the inanimate. Everything that is so beautiful in the Bükk National Park is supported by an imposing soil formation. And when a rocky nose rises up in the middle of the woods between the many beech trees, or suddenly a huge stone crater blocks it away, you don’t even have to be a geologist to realize that these stones carry stories and a soul behind them, that make them so unique. Because behind these perhaps boring stones there is more science, culture and life than we can imagine. All I’ve experienced in the last few weeks and what I’m going to experience is the character and soul of the geopark, it just needs people to translate and carry it on. So I don’t have a simple answer to the question of what this geopark is, but I can say what I’m doing here in Hungary: giving the geopark a soul.



3. Feuerfrösche auf der Internationalen Jagdmesse in Budapest

In Deutschland ist Jagen vielleicht ein Job oder eine Hobby, aber in Ungarn gehört es richtig zur Kultur. Deswegen findet auch in Budapest die internationale Jagdmesse, in welcher die neuesten Erkenntnisse und Trends präsentiert werden, statt. Aber im Gegensatz zu meinen ersten Vermutungen, spielt Naturschutz und die Nationalparks auch eine größere Rolle. So kam es, dass ich neben den Tischen und Terrarien der anderen Nationalparks in Ungarn auch an einem Wochenende im Oktober den Bükk Nationalpark auf der Messe vertreten durfte. Die Halle war riesengroß und mit unglaublicher Mühe und Genauigkeit mit Pflanzen und Tiere zu einer fast echten Landschaft nach gebaut. Man musste schon genau hinschauen welche Tiere die echten und welche die unechten waren. Ich bin mir sicher dass einige Besucher*innen auch etwas länger brauchten um die kleinen Feuerfrösche oder Rotbauchunken in dem Terrarium an unserem Stand zu entdecken. Denn diese passen sich mit ihrer unebenen, braunen Haut auf dem Rücken perfekt dem Laub an, wenn die dann noch in der Pfütze dösen, sind sie fast verschwunden. Eigentlich genau so, wenn man durch den Bükk Nationalpark läuft und dann plötzlich merkt, dass gerade die Frösche am Wegrand weg springen. Wenn sie aber auf der Flucht sind oder gerade Insekten jagen, dann überraschen sie alle mit der leuchtend orange-rot gefleckte Unterseite, die dann zum Vorschein kommt. Also klebten die kleinen Kinder mit ihren Nasen an der Glasscheibe, während ihre Eltern uns nach Informationen aus quetschten. Was die Besucher*innen natürlich nicht wussten, war dass ich sie nicht verstand und als ich das 10. mal immer noch nur einen ablehnenden Gesichtsausdruck machen konnte, beschloss ich einfach immer “Ja” zu sagen. Die meisten gingen mit zufriedenen Gesichtsausdruck und einem Stapel Flyer zum nächsten Stand, aber ich weiß ehrlich nicht, zu was ich alles “ja” gesagt habe…..

Fire Frogs at the International Hunting Fair in Budapest

In Germany, hunting may be a job or a hobby, but in Hungary it is part of the culture. That is why the International Hunting Fair takes place in Budapest, where the latest findings and trends are presented. But contrary to my initial assumptions, nature conservation and national parks also play a bigger role. So it happened that I was able to represent the Bükk National Park at the fair on a weekend in October in addition to the tables and terrariums of the other national parks in Hungary. The hall was huge and built with incredible effort and precision with plants and animals to an almost real landscape. You had to look carefully which animals were the real ones and which were the fake ones. I am sure that some visitors also needed a little longer to discover the small fire frogs or redbellies in the terrarium at our stand. Because with their uneven, brown skin on the back, they perfectly adapt to the leaves, when they are still sleeping in the puddle, they are almost gone. Actually, just like that when you walk through the Bükk National Park and then suddenly notice that the frogs are jumping away at the side of the road. But if they are on the run or are chasing insects, then they surprise everyone with the bright orange-red spotted underside, which then comes to light. So the little kids stuck their noses to the glass pane while their parents squeezed us for information. What the visitors didn’t know, of course, was that I didn’t understand them and when I could only make a negative expression for the 10th time, I just decided to say “yes ”. Most of them went to the next stand with a satisfied expression and a pile of flyers, but I honestly don’t know what I said “yes” to. . . . .

Tropfst in Höhle



4. Bei Vollmond draußen im Schilf

Wenn man die ersten Fotos vom Bükk Gebirge sieht, tauchen eigentlich nur Wälder, Hügel, Berge und Felder auf. Umso überraschter war ich, als ich wieder bei einem der Ausflüge in den Süden vor dem Gebirge mitten im Schilf stand. Die Sonne war schon untergegangen, aber der Vollmond ließ die Silhouetten der Pflanzen und meiner Kollegen lang Schatten werfen. Dann drangen die Worte: " jetzt super leise sein, lichter aus, nicht mehr sprechen zu mir rüber". So bewegte sich unsere kleine Gruppe durch das Gestrüpp und Schilf auf einen Holzsteg und in einen kleinen Unterstand. Ich erkannte absolut nichts, aber schon als wir diesen kleinen Spaziergang von den Autos starteten fiel mir der irre Lärm hier auf. Um doch noch irgendetwas in den Mondschein zu erkennen lehnte ich mich in Richtung des Lärms über das Geländer des Unterstandes, bis ich von hinten hörte "Cosima, jetzt hast du sie aufgeschreckt". Ähm, mist, dachte ich und schaut zum Mond. In einem kreischenden, schon fast kläglichen Schei löste sich das vor mir erahnte Tumult auf und erhob sich in die Lüfte. Was ich sah waren abertausende von Kraniche welche sich über dem Wasser zu einem riesigen Schwarm bildeten und dann wieder im Wasser landeten. Einfach ein unglaublicher Magischer Moment. Durch Ortungsringe an den Vögeln erfuhren wir dass einige Vögel aus Polen oder Finnland kahmen und sich nachts nach dem Futtern auf den Feldern im See zusammen fanden. Trotz dass alle Vögel unglaublich laut sind und meiner Meinung nach zu einer Schreienden Masse verschwimmten, erkennen sich die Familien an ihren ganz individuellen Schrei wieder und das die ganze Nacht. Und wer ganz genau hin hört, kann sogar zwischen den Schreien auch andere Laute von anderen Vogelarten welche sich dazwischen mogeln, erkennen.

At full moon out in the reed

When you look at the first photos of the Bükk Mountains, only forests, hills, mountains and fields appear. So I was even more surprised when I was back in the middle of the reeds on one of the trips to the south. The sun had already set, but the full moon made the silhouettes of the plants and my colleagues cast long shadows. Then the words: “Now be super quiet, don’t talk to me anymore”. So our small group moved through the bushes and reeds on a wooden footbridge and into a small shelter. I didn’t recognize anything at all, but as we started this small walk from the cars I noticed the crazy noise here. To still recognize something in the moonlight I leaned towards the noise over the railing of the shelter until I heard from behind, “Cosima, now you’ve frightened her”. Um, shit, I thought, looking at the moon. In a screaming, almost pitiful shit, the tumult I had imagined in front of me dissolved and rose into the air. What I saw thousands of cranes formed over the water to form a huge swarm and then landed back in the water. Simply an incredible magical moment. Through locating rings on the birds we learned that some birds came from Poland or Finland and found themselves together at night after feeding in the fields in the lake. Despite the fact that all birds are incredibly noisy and In my opinion, the families have blurred into a screaming mass, and they recognize each other by their very individual screams all night long. And if you listen very carefully, you can even recognize between the screams other sounds of other bird species cheating in between.

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